Hinter den Kulissen einer schönen Show
02.06.26 Wenn am Sonnabend die ersten Besucher über die Marzahner Promenade schlendern, Kinder lachen, Musik erklingt und sich die Plätze vor der Bühne füllen, sieht alles ganz selbstverständlich aus. Fast so, als hätte sich das Nachbarschaftsfest über Nacht von allein aufgebaut.
Doch wie so oft gilt: Die eigentliche Arbeit sieht man nicht.
Während die Gäste einige fröhliche Stunden erleben, liegen hinter den Kulissen bereits viele Monate Vorbereitung.
Verantwortlich dafür sind die engagierten Mitglieder des Bündnisses für Demokratie und Toleranz Marzahn-Hellersdorf. Viele von ihnen organisieren das Fest seit Jahren. Und trotzdem beginnt jedes Jahr alles wieder von vorn.
Denn kein Nachbarschaftsfest gleicht dem anderen.
Wer macht diesmal mit? Wer hat Zeit? Welche Vereine, Initiativen und Einrichtungen möchten sich präsentieren?
Welche Angebote passen zum Gedanken von Nachbarschaft, Demokratie und Toleranz?
Wer steht auf der Bühne? Wer moderiert? Wer macht Fotos? Und wer kennt eigentlich die richtigen Ansprechpartner für die nächste wichtige Abstimmung?
Zwischen den ersten Ideen und dem eigentlichen Fest liegen unzählige Telefonate, E-Mails, Vor-Ort-Termine und inzwischen auch viele Zoom-Konferenzen. Es wird geplant, diskutiert, organisiert, verschoben, neu geplant und manchmal auch improvisiert.
Hinzu kommen zahlreiche Abstimmungen mit Behörden und Partnern. Genehmigungen müssen eingeholt werden. Das Ordnungsamt muss zustimmen. Sicherheitsfragen werden geklärt. Polizei und Sanitätsdienst werden eingebunden.
Die Bühne muss bestellt und aufgebaut werden. Stromanschlüsse müssen vorhanden sein. Lautsprecher, Mikrofone und Technik müssen funktionieren. Bänke und Tische brauchen ihren Platz. Toiletten müssen bereitstehen. Und natürlich sollte am Ende auch jeder wissen, wann er wo sein soll.
Dass all dies funktioniert, ist keineswegs selbstverständlich.
Fotos: Angelo Crull, Yvonne Grüneberg, Uta Baranovskyy, Holger Scheibig
Besonders bemerkenswert ist dabei, dass die meisten Beteiligten diese Arbeit ehrenamtlich leisten – zusätzlich zu Beruf, Familie und den eigenen Verpflichtungen. Viele investieren dafür ihre Freizeit, ihre Energie, ihre Erfahrung und manchmal auch ihre Nerven.
Zum Gelingen tragen jedoch nicht nur die Mitglieder des Bündnisses bei. Zahlreiche weitere Akteure, Einrichtungen, Gewerbetreibende, Vereine und Anlieger der Promenade bringen sich jedes Jahr mit eigenen Ideen und Angeboten ein. Erst dieses Zusammenspiel vieler Menschen macht das Nachbarschaftsfest zu dem, was es ist: ein Fest von Nachbarn für Nachbarn.
Ein besonderer Dank gilt auch der Wohnungsgesellschaft degewo, die die Veranstaltung unterstützt und damit ermöglicht, dass alle Angebote kostenfrei besucht werden können.
Der schönste Lohn für die vielen Helferinnen und Helfer sind am Ende die Besucherinnen und Besucher selbst. Jahr für Jahr kommen bis zu 1.000 Anwohner und Gäste auf die Marzahner Promenade, um gemeinsam einen fröhlichen Tag zu verbringen.
Und vielleicht denkt der eine oder die andere beim nächsten Besuch kurz daran: Hinter jedem aufgebauten Stand, jeder Bank, jedem Mikrofon und jedem Programmpunkt stehen Menschen, die viele Wochen lang dafür gesorgt haben, dass aus einer Idee ein gelungenes Fest wird.
Das sieht man nicht immer. Aber erst das macht solche Veranstaltungen möglich.