Kunst zwischen Bild, Wort und Widerspruch
20.08.26 Malerei, Fotografie, Installationen, Performance und Lyrik: Renate Bause-Bitterlich bewegt sich seit Jahren zwischen verschiedenen künstlerischen Ausdrucksformen.
Seit 2018 gehört sie der Neuen Kunstinitiative Marzahn-Hellersdorf (NKI) an und ist regelmäßig an deren Ausstellungen und Veranstaltungen beteiligt.
Auch bei der aktuellen Ausstellung „Quarantäne 16“ im Projektraum Galerie M an der Marzahner Promenade ist sie dabei.
Die Ausstellung entsteht im Rahmen eines internationalen Kunstprojekts, bei dem die beteiligten Künstlerinnen und Künstler ihre Arbeiten während einer gemeinsamen Arbeitsphase direkt vor Ort entwickeln. Zu sehen ist die Ausstellung vom 8. August bis 13. September 2026.
Bause-Bitterlich hat für „Quarantäne 16“ einem großen Plüschbären ein schwarzes Maul gestaltet. Für sie ist das eine politische Aussage:
Der Bär steht in ihrer Arbeit für ihre Ablehnung einer Olympiade in Berlin. Aus einem zunächst harmlos und freundlich wirkenden Spielzeug wird dadurch ein irritierendes, beinahe bedrohliches Objekt – eine für ihre Arbeitsweise typische Verbindung von Alltäglichem und gesellschaftlicher Aussage.
Die heute 80-Jährige kam vergleichsweise spät intensiv zur Kunst. Nach einer Ausbildung mit Abitur und einem Studium der Werbeökonomie arbeitete sie unter anderem als Werbeleiterin, in einem Möbelverband, führte ein eigenes Möbelgeschäft und war als Einrichtungsberaterin tätig.
2006 begann sie mit Aquarellkursen, später folgten Zeichenkurse und die Leipziger Sommerakademie. Seitdem entwickelte sie ihre künstlerische Arbeit kontinuierlich weiter.
Fotos: Uta Baranovskyy
Ihre Motive reichen von Natur- und Reiseeindrücken bis zu Stadtlandschaften. Dabei arbeitet sie unter anderem mit Öl, Acryl, Pastell, Tusche und Aquarell.
Hinzu kommen Fotografie, Installationen und Performances. Einen besonderen Platz nimmt inzwischen auch die Literatur ein. Bause-Bitterlich schreibt Gedichte und Geschichten und verbindet bei Ausstellungen immer wieder Bild und Text.
Anfang 2026 stellte sie ihren neuen Gedichtband „Klänge“ vor. Das Buch zeigt eine weitere Seite der Künstlerin:
Neben den Bildern steht das geschriebene Wort als eigenständige Ausdrucksform. Gedichte aus „Klänge“ werden auch in diesem Beitrag vorgestellt – als Ergänzung zu ihren Bildern und als Einblick in eine künstlerische Arbeit, die sich nicht auf ein einziges Medium festlegen lässt.
Renate Bause-Bitterlich ist damit zugleich Teil und Beobachterin der Marzahner Kunstszene. Ihre Arbeiten entstehen aus unterschiedlichen Erfahrungen und Interessen – und können, wie der schwarze Mund des Plüschbären bei „Quarantäne 16“ zeigt, durchaus politisch und widersprüchlich sein.
Gerade diese Verbindung von Malerei, Literatur und gesellschaftlicher Stellungnahme macht ihre Arbeit innerhalb der NKI interessant.