ANSCHLAG

Brand an Stromkabeln in Marzahn: Staatsschutz ermittelt


09.10.26 In Marzahn sind in der Nacht zum Montag Stromkabel an einer Kabelbrücke in der Boxberger Straße beschädigt worden. Die Polizei ermittelt wegen schwerer Brandstiftung. Bild KI


Der für politisch motivierte Straftaten zuständige Staatsschutz des Landeskriminalamtes übernahm die Ermittlungen. Nach Einschätzung der Polizei könnte die Kabelbrücke gezielt als Tatort ausgewählt worden sein.

Nach bisherigen Erkenntnissen legten Unbekannte gegen 4 Uhr Gegenstände beziehungsweise Altreifen unter den dort verlegten Stromleitungen ab und setzten sie in Brand. Die Flammen beschädigten die Ummantelung von zwei 110.000-Volt-Hochspannungskabeln sowie mehreren Mittelspannungsleitungen mit 10.000 Volt. Die Stromversorgung war nach Angaben der Polizei nur kurzzeitig unterbrochen.

Betroffen waren nach Angaben von Stromnetz Berlin 19 Gewerbebetriebe. Haushalte waren demnach nicht vom Stromausfall betroffen. Die Unternehmen konnten ab etwa 9 Uhr über ein Notstromaggregat wieder versorgt werden. Die beschädigten Mittelspannungskabel sollten noch am Montag repariert werden. Die Hochspannungskabel waren zunächst noch nicht für die Reparatur freigegeben, weil die Polizei den Bereich noch untersuchte. 

Bekennerschreiben auf Indymedia

Am selben Tag erschien auf der Internetplattform Indymedia ein Bekennerschreiben unter dem Namen „Kinder des Zorns“. Darin übernimmt eine bislang unbekannte Gruppe die Verantwortung für den Brand und erklärt, gezielt Unternehmen im Gewerbepark an der Boxberger Straße getroffen zu haben. Genannt werden Swissbit Germany, Finetech und Emerson/Flexim. Als Begründung führt die Gruppe an, dass die Unternehmen sogenannte Dual-Use-Produkte herstellen, die sowohl zivil als auch militärisch eingesetzt werden können. 

Ob das Schreiben tatsächlich von den Tätern stammt, ist allerdings eine Frage der laufenden Ermittlungen. Die taz berichtete, die Polizei habe die Echtheit des Bekennerschreibens zunächst nicht bestätigt. 

Der aktuelle Fall erinnert an frühere Angriffe auf die Berliner Strominfrastruktur. Im Januar 2026 hatte ein Brandanschlag auf eine Kabelbrücke in Lichterfelde einen großflächigen und tagelangen Stromausfall ausgelöst. Damals übernahm später der Generalbundesanwalt die Ermittlungen. 

Im Fall Marzahn konzentrieren sich die Ermittlungen zunächst auf die Identität der Täter, die Umstände des Brandes und einen möglichen politischen Hintergrund.

Quellen:

https://www.rbb24.de/panorama/beitrag/2026/10/berlin-kabelbrand-marzahn-hellersdorf-ermittlungen-polizei-stromkabel.html

https://www.bild.de/regional/berlin/brandstiftung-wieder-strom-anschlag-in-berlin-6ac392ed03cb8e98df846bcb

https://taz.de/Stromnetzsabotage-in-Berlin/!6219761/

https://www.berliner-zeitung.de/article/berlin-marzahn-brandanschlag-auf-hochspannungskabel-10461064





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