Zum Thema Internet und Einzelhandel schickte Holger Scheibig vorab per Mail zwei pdf-Dateien. Die eine ist ein „Handbuch für den stationären Handel Kundenorientierung, Retail Design und Neue Medien im Verkauf“, herausgegeben vom Handelsverband Bayern.

Die andere Datei ist ein Leitfaden für den stationären Einzelhandel, herausgegeben von der Hessischen Industrie und Handelskammer.

Danach müssen sich Einzelhändler insgesamt wärmer anziehen, denn es ist rauer geworden am Markt.

Hier ein Zitat aus dem Bayrischen Handbuch:

„Der stationäre Handel steht vor großen Herausforderungen: Das veränderte Konsumverhalten, der demographische Wandel und die Ansprüche des Kunden an Angebot, Service und Bequemlichkeit machen eine Überprüfung bisheriger Konzepte und Strategien erforderlich. Dieser Strukturwandel wird zudem massiv durch den Online-Handel getrieben. Der Internethandel und das Mobile Shopping verändern das Geschäftsmodell des Handels tiefgreifend und nachhaltig. Der Boom des E-Commerce kostet den stationären Handel Kundschaft, Frequenz und Umsatz. Wie andere Branchen auch, sieht sich der Handel durch die Digitalisierung vor völlig neue Herausforderungen gestellt. Der Handel muss deshalb seine Prozesse und Konzepte optimieren und professionalisieren. Nur so kann der stationäre Handel in diesem verschärften Wettbewerb dauerhaft bestehen.“

Auch auf der Marzahner Promenade nimmt aus unterschiedlichen Gründen das Shopping und Lustwandeln der Kunden ab. Sind die Händler schon drin im Internet mit ihren Angeboten oder überlassen sie den großen Reibach Amazon und Ebay?

Auch der hessische Leitfaden legt den Finger auf die Wunde der Promenaden-Geschäfte. Zitat:  „Als Konsequenz aus dem veränderten Einkaufsverhalten der Kunden ist ein Frequenzrückgang in den Innenstädten zu beobachten. Bei einer Umfrage des Instituts für Handelsforschung (IFH) Köln 2018 gaben ca. 20 Prozent der Befragten an, verstärkt online einzukaufen und dadurch seltener die Innenstadt aufzusuchen. Betroffen sind alle Städte gleichermaßen, unabhängig von ihrer Größe. Das Kaufverhalten der Kunden ist zunehmend als hybrid zu bewerten. Das heißt, Kunden wechseln situations- und produktabhängig zwischen den Verkaufswegen und nutzen verschiedene Informationskanäle zum Einkaufen, wobei sich das Internet in einem zunehmenden Maße zum bevorzugten Informations- und Recherchemedium entwickelt hat. Dabei sind Vergleichsportale, Kundenbewertungen und Informationen zu stationär angebotenen Produkten besonders gefragt.“

 

Beide Broschüren sind sehr umfangreich, doch geben sie auch detaillierte Hilfestellung. Unter anderem wird für Einzelhändler eine Checkliste vorgeschlagen, die vier Handlungsfelder umfasst, „denen jeweils im Maßnahmenkatalog einzelne Maßnahmen zugeordnet sind. Auf diesem Wege können diese zielgerichtet gemäß der individuellen Bedürfnisse ausgewählt werden.

Die vier Handlungsfelder der Checkliste 1. Einzelbetriebliche Maßnahmen 2. Gemeinschaftliche Maßnahmen 3. Digitale Sichtbarkeit 4. Onlinehandel und digitale Serviceangebot.“

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