MENSCHEN

„Ich habe so ein gutes Team, da macht die Arbeit Freude“


21.08.25 Er ist wohl einer der bekanntesten Menschen auf der Marzahner Promenade: Polizeihauptkommissar Dirk Paulick. Seit 2020 geht er hier regelmäßig auf und ab und schaut nach dem rechten.

Aber nicht nur hier. Seine Zuständigkeit ist noch ein bisschen größer und betrifft einen Teil des Polizeiabschnitt 62, nämlich die Marzahner Promenade, natürlich die Franz-Stenzer-Straße, das Angerdorf Alt-Marzahn, die Blenheim-, und Scheibenbergstraße, sowie ein Teil der Allee der Kosmonauten.

Er ist zufrieden mit seinem „Revier“. Natürlich gibt es wie überall Diebstähle, Einbrüche, Raufereien. Aber ein Hotspot für Kriminalität ist die Promenade auf gar keinen Fall, versichert er.

Im Gegenteil, in anderen Stadtteilen sei es erheblich schlimmer. Und seit die Polizei das Problem der etwas sehr lauten und streitlustigen Jugendlichen vor dem Eastgate und auch die Promenade entlang in den Griff bekam, ist es wirklich fast entspannt – wie gesagt, im Gegensatz zu anderen Bereichen.




Gab es für ihn ein ganz bemerkenswertes Erlebnis in den vergangenen Jahren?

Nun, da gäbe es schon einiges, schmunzelt der Polizeibeamte.

Doch eine Situation hob sich wirklich heraus. Das muss so vor 7 oder 8 Jahren gewesen sein.

Wie oft sollte er während der Bezirksverordnetenversammlung im Arndt-Bause-Saal des Freizeitforums Dienst haben.

Doch als die Abgeordneten eintrafen, war der gesamte Saal schon besetzt. Auf jedem Platz saß ein Jugendlicher, der gar nicht eingeladen war.

Mit diesem Protest wollten damals die Jugendlichen des Bezirks zum Ausdruck bringen, dass sie mit der damaligen Schließung und enormen Kürzung aller Jugendeinrichtungen so gar nicht einverstanden waren.

Zunächst waren die Bezirksverwaltung und Abgeordneten empört, als sie ihre so gut vorbereitete Versammlung derart gestört sahen.

Am liebsten hätten sie die Jugendlichen rausgeworfen aus dem Saal - am besten mit Polizei.

Doch dann besann man sich, dass es sich bei diesem Protest der Jugendlichen um eine demokratische Verhaltensweise handelte.

So kam man überein, dass eine Jugendvertretung mit einer Bezirksvertretung gemeinsam über das Problem sprachen.

Die Jugendlichen verließen friedlich den Saal, die Stadtverordnetenversammlung konnte wie geplant weitergehen.

Die Jugendeinrichtungen wurden nicht gleich wieder geöffnet. Doch jetzt sind sie es wieder, wenn auch der Sparstift erneut am Werk ist.



Regelmäßig berät Polizeihauptkommissar Dirk Paulick Bürger, die das möchten. Wer einen Kontakt mit dem Beamten möchte, meldet sich dazu im Stadtteilzentrum, dann wird schnellstmöglich ein Termin vereinbart.

Fotos: Uta Baranovskyy

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Schon vor zwei Jahren hätte Dirk Paulick in Pension gehen können. Aber er wollte nicht. „Ich habe so ein gutes Team, da macht die Arbeit Freude“, sagte er.

Deshalb beantragte er schon dreimal je ein Jahr Verlängerung seiner Amtszeit.

Im November dieses Jahres beginnt das dritte Verlängerungsjahr, so dass er der Promenade noch bis November 2026 erhalten bleibt.

Und dann?

„Ich habe schon jetzt nach Feierabend genug zu tun“, meint er.

Vier Enkelkinder und ein großer Garten machen sowohl Freude als auch Arbeit.

Dann hilft er noch alle 14 Tage seinem alten Onkel, der trotz seines Alters gemeinsam mit seiner Frau im Haus und auf dem Grundstück wohnen bleiben wollen, da ist genügend zu tun.

   


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