Manga als weltweit wirksames Bild- und Erzählsystem
16.05.26 Manga ist in aller Mund und jetzt auch Thema der neuen Ausstellung der neuen KunstInitiative in der Galerie M. "Manga Der Geist in allem" ist noch bis zum 20. Juni 2026 zu sehen und sehenswert.
Die Ausstellung „MANGA – Der Geist in allem“ in der Galerie M (2. Mai – 20. Juni 2026) widmet sich der Vorstellung einer beseelten Welt – einer Welt, in der alle Dinge, ob belebt oder unbelebt, von einem Geist durchdrungen sind. Dieses Denken ist tief in ostasiatischen Glaubens- und Denksystemen wie dem Shinto sowie in schamanistischen Traditionen verankert und wirkt bis heute in visuellen Kulturen fort.
Im Zentrum der Ausstellung steht die Frage, wie sich diese Konzepte im Kontext der Gegenwartskunst manifestieren und transformieren. Zwischen historischer Bildtradition und globaler Gegenwart entfaltet sich ein Spannungsfeld, in dem sich alte Vorstellungen von Geist, Präsenz und Bedeutung mit zeitgenössischen Bildsprachen verbinden. Dabei wird sichtbar, wie sich immaterielle Dimensionen – Erinnerung, Aura, Transzendenz – in visuelle Formen übersetzen lassen.
Ein besonderer Fokus liegt auf dem Einfluss von Manga als dynamischem, weltweit wirksamen Bild- und Erzählsystem. Manga verbindet ikonografische Motive mit symbolischen Ebenen und schafft Räume, in denen Realität und Imagination gleichzeitig existieren können. Diese spezifische Bildlogik eröffnet neue Perspektiven auf animistische Konzepte und deren Weiterleben in der Gegenwart.
Die Ausstellung versammelt künstlerische Positionen aus verschiedenen Bereichen der zeitgenössischen Kunst, darunter Zeichnung, Malerei, digitale Medien, Installation und Skulptur. Die gezeigten Arbeiten setzen sich mit beseelten Dingen, Geistern und Erscheinungen ebenso auseinander wie mit allegorischen Bildsprachen und der Übersetzung traditioneller Narrative in neue mediale Kontexte. Dabei entsteht ein vielschichtiges Panorama, das die Frage nach dem „Geist“ in der heutigen Bildproduktion auf eindringliche Weise verhandelt.