KUNST

Up-Zyklen oder - Aus alten Gabeln etwas Neues kreieren

Aus alten Haushaltsgegenständen lassen sich schöne Bilder zaubern.

15.07.20 Es ist noch gar nicht so lange her, da demonstrierten Kinder freitags gegen den von Menschen erzeugten Klimawandel. Das Thema Erde und wie wir damit umgehen, beinhaltet die neue Ausstellung in der Galerie M. In bunter, fast lustiger, spielerischer Form wird den Besuchern vor Augen geführt, dass unser täglicher Bedarf nicht ganz kompatibel mit dem Bedürfnis von Mutter Erde ist. Die künstlerische Umsetzung in der hier präsentierten vielfältigen Art wird Kinderherzen begeistern. Und sicher auch zu Fragen anregen, wie zum Beispiel: „Mutti, können wir aus unseren Gabeln auch ein Musikinstrument basteln?“

 

Was sich die Künstler der Neuen Kunstinitiative bei ihrer neuen Ausstellung dachten, erfahren wir auf Ihrer Internetseite:

 „Beim Upcycling (englisch up „nach oben“) werden Abfallprodukte oder (scheinbar) nutzlose Stoffe in neuwertige Produkte umgewandelt. Im Gegensatz zum Downcycling kommt es bei dieser Form des Recyclings zu einer stofflichen Aufwertung.

Unter dem Stichwort „Objet trouvé“  (gefundenes Objekt oder readymade ) hat Upycling-Kunst aus Müll und Alltagsgegenständen schon eine lange Tradition. Entstanden ist das Objet trouvé im Umkreis des Dadaismus als skulpturale Erweiterung der Collage (Kurt Schwitters, Merz-Bauten). Der Missbrauch und die zweckfreie Kombination von trivialen Gegenständen und Materialien in neuen Sinnzusammenhängen sowie die Erhebung zum Kunstwerk hatte spielerische, anarchische und provokante Züge.
Im Surrealismus bekam das Objet trouvé einen eher fetischartigen Charakter. Lautréamonts 1874 formulierte Metapher aus den Gesängen des Maldoror „Schön wie die Begegnung einer Nähmaschine mit einem Regenschirm auf einem Seziertisch“ wurde nicht nur zum „Slogan“ des Surrealismus, sondern ist auch eine literarische Vorwegnahme des Objet trouvé in dieser surrealen Form.


Radikaler und früher als Dadaisten und Surrealisten verwirklichte der Franzose Marcel Duchamp das Konzept des Objet trouvé in seinen Readymades wie Fahrrad-Rad (1913), Flaschentrockner (1914) und Fontäne (1917). Während Fahrrad-Rad noch aus einer Kombination aus Rad, Fahrrad-Vordergabel und Holzhocker besteht, werden bei den beiden anderen ein industriell hergestelltes Drahtgestell zur Flaschentrocknung und ein Urinal kurzerhand auf einen Sockel gestellt und zur Kunst erklärt. Der Gegenstand wird von seinem ursprünglichen Gebrauchszweck gelöst und durch die Aufstellung und den gewählten Titel semiotisch neu aufgeladen. Der künstlerische Akt liegt also primär im Auswählen bzw. im Erkennen des künstlerischen Potenzials eines Alltagsgegenstandes, womit gleichzeitig der traditionelle Kunstbegriff ironisiert wird.
Wenn aus altem Kram nicht nur einfach ein neues Produkt entsteht, sondern etwas mit wesentlich höherem Wert – bis hin zu Kunst, dann ist die Rede von Upcycling.


Die Künstler der Neuen Kunst Initiative überdachten auf ihre Weise die Themen Readymade und Upcycling auf eine neue Weise und präsentieren die Resultate in einer Ausstellung im Projektraum Galerie M, Zugang über die Fußgängerzone Marzahner Promenade 46, Montag 12- 18 Uhr,  Dienstag bis Freitag 10-18 Uhr, Sonnabend 12- 18 Uhr.“

 Der Eintritt ist frei. Spenden sind bei diesen ehrenamtlichen Projekten willkommen.

Künstler laden wieder ein zu einer neuen Ausstellung in der Galerie M.

Die bunten verspielten und auch mahnenden Kunstprojekte werden Kinder sicherlich inspirieren. 

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